Arbeiten als ZFA mit Panik Attacken?

Heute will ich euch erzählen, wie ich plötzlich von einem Tag auf den nächsten Panik Attacken beim Assistieren bekommen habe und was ich dagegen getan habe.

 

 

Es hat angefangen, als ich als ZFA in einer Praxis tätig war, die mit Oralkameras gearbeitet hat.
Diese Kamera war in einem Behandlungszimmer positioniert, die ich nach Aufforderung in ein anderes Zimmer bringen sollte.
Keine Ahnung, wie ich das Ding abmache, ohne es zu zerstören, habe ich mir damals gedacht, weil ich mit dieser Kamera bis Dato noch nie gearbeitet hatte.

Also ging ich, Pflichtbewusst wie ich bin, in das andere Zimmer und habe nachgefragt, wie ich diese Kamera denn abbekomme. 

Da Zahnarzt und Helferin mitten in einer Behandlung steckten, bekam ich nur eine kurze Antwort und musste es mit dieser "Anleitung" einfach versuchen.

 

Es ging so schnell und ich kann im Nachhinein leider nicht mehr sagen, ob ich mich einfach so selten dämlich angestellt habe, oder was der genaue Grund war, auf jeden Fall ist die Oralkamera auf einmal in meiner Hand auseinander gefallen.

 

Also stand ich da mit lauter Einzelteilen, mein Herz fing an zu rasen und ich wusste nicht, wie ich das jetzt (auch noch vor dem Patienten) den anderen beibringen sollte. So ein Ding ist ja schließlich auch ziemlich teuer.... Und ich muss dazu sagen, dass ich es in all den Jahren zuvor noch nie geschafft hatte, etwas kaputt zu machen, obwohl ich zugeben muss, dass ich hin und wieder etwas tollpatschig bin. 


Naja, ich habe es gesagt, mein Chef war dezent erbost und überhaupt nicht glücklich über meine Schandtat.

Am nächsten Tag fing es plötzlich ohne Vorwarnung an.... ich hatte wie ein Blackout in einem Kopf, es wurde für circa eine viertel Sekunde schwarz vor meinen Augen, mein ganzer Körper fing furchtbar und unerträglich an zu kribbeln und zu beben, ich hatte plötzlich Schweißausbrüche und für mich das allerschlimmste ich fing furchtbar an zu zittern. Und zwar so stark, dass ich mit dem kleinen Sauger den Zahn nicht mehr getroffen habe um das Blut an der Gingiva weg zu saugen. Mir wurde schwindelig und ich dachte, ich kippe jeden Moment um. Das war seit dieser Behandlung bei jeder kommenden Behandlung so. Es wurde unerträglich für mich, ich wusste nicht mehr weiter, es war einfach so anstrengend für meinen Körper, dass ich danach hätte schlafen können. Außerdem war es mir auch einfach nur unangenehm meinem Chef und den Patienten gegenüber. 

 

Eine Lösung musste also her. Da ich in meiner Familie schon vor vielen Jahren mit Panikattacken konfrontiert wurde, wusste ich, dass mir eigentlich nichts schlimmes dabei passieren kann, außer, dass es wahnsinnig unangenehm war aber ich würde mit allergrößter Wahrscheinlichkeit nicht daran sterben.

 

Ich fing an mit mir selbst zu arbeiten, habe einige Zeit Johanniskraut eingenommen und viel Hopfen-und Lavendel Tee getrunken um mich zu beruhigen.

Irgendwann bin ich darauf gekommen, dass es mit der Kamera zusammenhing, die ich kaputt gemacht hatte. Es hatte irgendwas tief in meinem Gehirn ausgelöst, das jetzt in Form von diesen Attacken aus mir raus wollte. Naja, wenn man eins und eins zusammen zählt, hätte ich auch früher darauf kommen können, aber manchmal hat man eben ein Brett vor dem Kopf. Außerdem war ich so damit beschäftigt, wie ich das wieder losbekomme, dass es mir erstmal egal war, woher das eigentlich kommt. 

 

Einige Jahre, viel Arbeit, Selbstreflexion und Gespräche später geht es mir deutlich besser damit. Ich fange immer noch an zu zittern, wenn ich wahnsinnig nervös werde, wie bei einem Vorstellungsgespräch zum Beispiel, was ich früher nie hatte. Aber damit komme ich ganz gut klar.

Ich habe hin und wieder noch "Panik". Es fühlt sich, anders als vorher für einen kurzen Moment so an, als würde ich die Kontrolle über mich verlieren oder einen epileptischen Anfall bekommen. Irgendwie habe ich davor besonders großen Respekt, da unsere Katze früher, als ich noch Kind war häufiger epileptische Anfälle hatte. Ich bilde mir ein, ich assoziiere deshalb dieses Gefühl mit der Angst, auch so einen Anfall zu bekommen. 

Diese Vorfälle sind jedoch sehr selten und es ist bisher nie etwas derartiges passiert, es fühlt sich einfach nur für einen Moment verdammt unangenehm an.

 

Ich weiß, dass es unterschiedliche Arten und Ausprägung von Panik gibt und ich bin unglaublich froh und dankbar, so gute Unterstützung von einem Familienmitglied zu haben, welches genau weiß wovon "es" redet und mir somit immer sofort den Wind aus den Segeln nimmt, wenn sich mein Kopf wieder komisch anfühlt.

Ich denke es ist sehr wichtig, auf seinen Körper zu hören, Signale wahrzunehmen und vor allem in stressigen Situationen Zeit nur für sich einzuräumen um einfach mal wieder durchschnaufen zu können und neue Kraft zu tanken.

 

Wie sieht es bei euch aus? Hattet ihr auch schon mal Panik Attacken? Vllt sogar als ZFA? Wie geht ihr damit um?? Ich freue mich auf eure Kommentare.

 

Eure Sabrina

 

 

 

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